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Aus der Versenkung aufgetaucht

Nur mehr 2 Wochen sind es noch bis zum Start des diesjährigen Transalpine Run, doch vieles ist geschehen seit unserem letzten Blogeintrag zum IATF. Die Vorbereitung verlief höchst unterschiedlich, so dass wir Euch aus der jeweiligen Perspektive teilhaben lassen wollen:

Jörg:

Nach unserem erfogreichen Finish beim IATF in Innsbruck ging es in die Vorbereitung auf den heimischen LSR Halbmarathon. Die Strecke kennen wir beide von unzähligen Trainings- und Markierungsrunden, umso schmerzlicher war die Nachricht das Susanne dieses Jahr auf den Start verzichten muss aufgrund Ihrer Knieprobleme. Bei sonnigen warmen Temperaturen gingen wieder fast 500 Trailverrückte auf die beiden Strecken. Für mich war es dieses Jahr der HM welchen ich als schnelle Tempoeinheit absolvieren wollte. Vom Start weg ging vorne ziemlich die Post ab und so waren die vordersten Top Läufer auch bald ausser Sichtweite. Nach etwa 7 km bin ich auf Simone Schwarz vom Team Salomon aufgelaufen, welche ein tolles Tempo und einen guten Zug zum Gießstein hoch hatte. Mit Johannes Moll bildeten wir eine zügige 3er Gruppe und liefen so ein konstant hohes Tempo Richtung letzter Downhill. 

Im Ziel standen für die 23 km und 1000 hm 2:12 auf der Uhr was für mich Platz 14 Gesamt und Platz 2 in der Altersklasse bedeuteten. Durch die intensivere Einbindung in die ORGA des LSR war es dieses Jahr noch spannender, deshalb freuen wir uns schon sehr auf den LSR 2020.

Genau 4 Wochen später stand der Gletscher Run in Obergurgl auf dem Programm. Hier sollten es die 42 km Marathon Distanz sein. Susanne hat sowohl ihren Marathon Start- als auch ihren Schlafplatz an Tanja abgetreten, Sandra war über die HM Distanz am Start. 

Da ich hier noch eine Rechnung von vor 2 Jahren offen hatte, als mir am letzten Anstieg über die HM Distanz der Stecker gezogen wurde. Dies sollte mir dieses Mal nicht passieren und alles lief nach Plan. Nach 2 längeren Anstiegen wurde bei KM 22 der höchste Punkt der Strecke beim Ramolhaus auf 3005 m erreicht. Mit toller Aussicht auf die Ötztaler Gletscherwelt ging es Richtung Piccard Brücke, eine Hängebrücke mit 142 mtr Spannweite und bis zu 100 mtr über dem Gletscherbach. Über viele technische Downhills und Wegabschnitte war das nächste Ziel die Hohe Mut. Von hier weiter übers Königstal, nach diesem sollte es eigentlich links ins Tal und zum Ziel gehen. Diesen Abzweig hab ich leider verpasst, was ich erst nach 2 km bemerkte. Diese wieder zurück und voller Frust ab Richtung Ziel. Damit war mein Ziel unter 7 Stunden zu finishen dahin. Nach etwas über 46 km und rund 3000 hm überquerte ich die Ziellinie. Es war wieder Platz 14 Gesamt und Platz 3 in der AK. Für 4 km Umweg war das Ergebnis dann doch in Ordnung für mich.

Zum Höhepunkt der Vorbereitung auf den TAR sollte es dieses Jahr wieder ins Pitztal gehen. Neu im Programm dieses Jahr der P60 mit 62,5 km und 4200 hm. Wieder mit Sandra und Tanja an Board ging es zum Rahmenprogramm wie das Trail Symposium, Laufschuhtest und Yoga am Riffelsee. Nach dem frühen Frühstück um 2 Uhr war der Start um 3:30 angesetzt. Von Mandarfen ging es direkt hoch zur Scharte des Mittagskogl auf 3054 m. Alles lief perfekt und bei rund 0 Grad und leichtem Geflöckel wurde der Gletscher überquert. Was für ein Erlebnis morgens um 6 Uhr. Beim Downhill von der Braunschweiger Hütte, welcher sehr nass, technisch und verblockt war, eine Unachtsamkeit und schon konnte ich die Felsen aus der Nähe betrachten. Nach kurzer Pause und blutigem Knie ging es Richtung Mandarfen. Frisch gestärkt ging es auf die 2. Runde Richtung Riffelsee, am Plodersee vorbei auf den Fuldaer Höhenweg zum Taschachhaus. Nachdem sich auch die Rückenschmerzen vom Sturz immer mehr bemerkbar machten, fasste ich auf dem Rückweg nach Mandarfen den Beschluss, das Rennen nach der 2. Runde zu beenden. Damit war nach rund 46 km und 3000 hm das Rennen nach 7:28 für mich beendet. Da ich zu diesem Zeitpunkt in den Top Ten Gesamt platziert war und über 10 Minuten Vorsprunk auf den späteren Sieger meiner AK hatte, war ich im Ziel etwas zwiegespalten ob meinem DNF. Am nächsten Morgen wachte ich mit starken Rückenschmerzen auf, also hatte ich alles richtig entschieden mit der Aufgabe. 

Jetzt hieß es gut erholen, Knie, Rücken und Sprunkgelenk etwas pflegen und schonen und natürlich Susanne die Daumen drücken, dass Ihr Knie und Ihre Achillessehne weiter Fortschritte machen, damit wir zumindest unser gemeinsames Trainings Wochenende ordentlich durchlaufen können. Dazu aber mehr in unserem nächsten Blog. 

Susanne:

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Hat sich grundlos kurz vor dem IATF das rechte Knie gemeldet und gestreikt, dachte ich mit zwei Wochen Pause sei die Geschichte auch wieder vorüber. War sie aber nicht. Dauerte irgendwie viel länger und bei einem der kurzen Lauftests zwischendurch schloss sich dem Streik dann die Achillessehne links mit an. Argh!

Somit bestand die TAR Vorbereitung in diesem Jahr eben nicht wirklich aus Laufen sondern aus 3.000 Rad-Kilometern, zumeist auf dem Rennrad. Ein Glück gab es viele trockene Tage und ich konnte dem neuen Rennrad gleich viele Albaufstiege zeigen und war somit 3-4 Mal in der Woche aufm Rädle unterwegs. Eine Woche Hüttentrekking im Sellraintal muss als Vorbereitung für die Höhenmeter genügen.

Ein Highlight gibt es dann doch hervorzuheben: aus Frust (gepaart mit Naivität und Neugierde) der nicht-Teilnahme beim Obergurgl Gletschermarathon nahm ich das Angebot eines Freundes an, mit ihm gemeinsam bei einem 6h-Mountainbikerennen im Schwarzwald zu starten. Immerhin war ich ja auch schon ganze 63 km auf dem Mountainbike im gesamten Jahr unterwegs. Sagen wir mal so: bereits auf der ersten Runde wurde klar, dass das ja verdammt anstrengend würde…. Aber mit jeder Runde (wir haben uns abgewechselt über die 6 Stunden, immer ein Fahrer war auf der Strecke) machte die Sache halt schlicht auch einfach mehr Spaß. Die Stimmung, das Überholen anderer (okay, auch überholt werden), die chilligen Pausen im „Fahrerlager“…. Kurzum: da möchte ich im nächsten Jahr unbedingt wieder teilnehmen!

Ob der Plan, den TAR zu finishen aufgeht, wird sich zeigen. Eine gute Vorbereitung sieht definitiv anders aus. Aber: ich kann Jörg ja nicht alleine über die Alpen schicken…. Eine Herausforderung wird es damit noch mehr als im letzten Jahr. Werde ich durchkommen? Schmerzfrei wäre auch ganz toll und wie harmonisieren wir als Team, mit Jörg, der in Topform den TAR antritt und ich, die bei einer Rennrad-Transalp in diesem Jahr vielleicht besser aufgehoben wäre. Wir werden unser Bestes geben und wollen – wie im letzten Jahr auch – gut im Ziel ankommen!

Darüber hinaus durften wir beide in diesem Jahr bei der Organisation des Lichtenstein-Trail Denis unterstützen und die Arbeitslast auf etwas mehr Schultern verteilen. Waren wir bis dato nur punktuell beteiligt bei der Streckenmarkierung, so war das Aufgabengebiet in diesem Jahr sehr vielfältig. Durchaus intensive Tage, aber ein unglaublich bereicherndes Erlebnis, eine Trailveranstaltung auszurichten und sich in den Dienst der Teilnehmer zustellen. Das wollen wir auch in Zukunft beibehalten und freuen uns umso mehr auf Teilnehmer, die die wunderschöne Strecke am Albtrauf unter die Füße nehmen wollen.

Den Boden unter den Füßen hat es uns weggezogen als im Juni unser Freund Gerd nach langer Krankheit verstorben ist. Mit Gerd verbinden wir so viele gemeinsame Trailerlebnisse und vermissen ihn sehr. Er hat uns überhaupt auf die Idee des TAR gebracht und wäre ihn selbst so gerne noch einmal gelaufen.

So wollen wir den Transalpine Lauf in diesem Jahr auch für Gerd mitlaufen.

Wir geben uns wieder Mühe, Euch tagesaktuell an „unserem TAR“ teilhaben zu lassen und Euch die Westroute von Oberstdorf nach Sulden am Ortler zu zeigen.

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