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Wet, wet, wet – what a day!

Nachdem wir auf der gestrigen Etappe Samnaun bis Scuol ja doch Gas gegeben haben und an sich inzwischen schon wissen, dass uns viele Höhenmeter liegen, haben wir die heutige Etappe eher kontrolliert angehen lassen. Auf 45 km nur 1.800 hm im Anstieg, mehr oder weniger nur einem Downhill mit 2.074 hm und vor allem nervige letzte 8 km leicht ansteigend – da gibt es andere, die das besser können. Regenschauer und ggf. Gewitter waren auf den frühen Nachmittag angesagt, wir hatten also Hoffnung, möglichst trocken möglichst weit zu kommen.

Soweit unsere Vorüberlegungen, die Idee ging genau bis km 4 auf, als sich bei mir leichte Kopfschmerzen bemerkbar machten. Unkritisch zunächst, da die ersten 7 km zum Einlaufen dem Inn entlang abfallend gingen. Ab Sur en begann jedoch der Anstieg ins Val Uina und es wurde einfach nicht besser. Damit waren die Höhenmeter bis zum Ende der Schlucht eben nur mit Halbgas zu bewältigen, keine Chance. Die Schlucht an sich war mit mystischem Nebel geschmückt, ein Glück hat Jörg einige Momente fotografisch festgehalten, denn für die tollen Ausblicke hatte ich irgendwie keinen Nerv. Oben erwartete uns Schnee, der in der Nacht gefallen war und fastgar noch mehr Matsch, in den die Läufer vor uns den Trail verwandelten. Auch hier waren wir, obwohl die Strecke flacher und damit laufbarer war noch mit niedrigem Tempo unterwegs. Eine schöne große Matschfläche meine ich nutzen zu müssen für einen frontalen Bauchpflatscher in eben jenen ungeliebten Untergrund. Bäh. Schmutzig, überall Sand, aber sonst nix passiert. Bei km 22 in etwa besorgte Jörg bei der Medical Crew eine Kopfschmerztablette – im Nachgang das Highlight des Tages, denn ab da wurde es langsam auch wieder zu einer richtigen Lauferei.

Eingesetzt hatte dort zwischenzeitlich ein durchaus starker und vor allem beständiger Regen, der uns bis ins Ziel begleiten und vor allem durchnässen sollte. So schnell war die Regenjacke gar nicht draussen -dann hat es sich auch nicht mehr gelohnt. Ein schöner, aber steiler Waldtrail in Richtung VP2 bei km 25 hatte sich aufgrund der Bedingungen in eine Schlitterbahn verwandelt, zum Genießen war das definitiv nichts mehr. Jörg nutzte die angebotene Karottensuppe an der Verpflegung, um wenigstens etwas wieder aufzutauen. Wir waren nicht traurig darüber, dass es weitere 12 km auf einfachen Wegen ins Tal ging. Unterwegs gabelten wir den Schweizer Philippe auf, dessen Partner heute leider die Segel streichen musste und er somit alleine unterwegs war. Das brachte in unser Dreiergespann dann etwas Leben und die Kilometer wurden kurzweiliger, der Sarkasmus ob des Wetters intensiver. An der dritten und letzten VP bei km 37 hat sich eher die Interessensgemeinschaft Tiefseeschwimmen versammelt als Trailläufer… zumindest waren wir uns alle einig, dass wir die letzten 8 km hinter uns bringen wollen und die Wasserschlacht beenden. Und was passierte dann? Zum ersten Mal am ganzen Tag, hatten die Beine Bock auf laufen. Feste muss man feiern wie sie fallen und so konnten wir auf den besagten nervigen, leicht ansteigenden letzten Kilometern noch einige Plätze gut machen. Philippe stets mit dabei, auch unseren Instruktionen zum obligatorischen Zielsprung leistete er folge.

Dass wir an diesem Tag, an dem „so gar nichts ging“ somit noch den 4. Platz erlaufen haben und auch gar nicht mal mit so viel Rückstand, hat uns selbst überrascht – war aber völlig irrelevant. Zwischendurch war der Fokus einfach nur auf „irgendwie ankommen“ gerichtet.

Im Ziel noch kurz zwei Stücke Pizza in nullkommanix reingeschoben und sofort ab in Richtung Unterkunft und vor allem in Richtung warme Dusche. Eine heiße Schokolade und Powernap später sah die Welt dann schon viel besser aus.

Jetzt wollen wir hoffen, dass dies ein einmaliges Erlebnis bleibt und wir morgen gut nach Sulden kommen. Aufgrund der Schneefälle (am Stilfser Joch ca. 25 cm) ist die Strecke geändert, so dass wir auf nur 25 km mit 2.200 hm im Uphill und 1.000 hm im Downhill das Ziel in Sulden ansteuern.

[Susanne]

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